Reiseplanung in Canada:

Wenn Sie sich für eine Reise nach Canada entschieden haben, ist die Wahl der Qual des Startpunktes einer Reise sehr gross. Grundsätzlich wird Ihre Reise an einem internationalen Flughafen in Canada starten, es sei denn, Sie sind aus den USA eingereist. Insgesamt gibt es in Canada sieben grosse, voneinander sehr unterschiedliche Bereiche.

 

Atlantikprovinzen:

New Brunswick, Nova Scotia, Labrador und New Foundland mit seinen grossartigen, sehr unterschiedlich ausgeprägten Küsten am Atlantik und seinem teilweise unberührten Hinterland ist für Liebhaber von rauher Naturschönheit, die sich auch über Nebelwetter nicht ärgern, das Erholungsgebiet. Walbeobachtungen und Lachsfische in der Saison sind die Highlights.

 

Montreal - Quebec, Halbinsel Gaspe:

Montreal und Quebec City bieten französisches Flair und sind touristisch sehr gut erschlossen. Das Hinterland ist nahezu unberührt, wenig erschlossen und geht im Westen von Quebec an die Seenplatte von Ontario über. Die Halbinsel Gaspe im Osten ist ein Geheimtip für Naturliebhaber von sauberen Flüssen und wenig Besiedlung.

 

Toronto - Ontario:

Der Startpunkt Toronto ist für die Besucher Canada´s interessant, die amerikanisches Weltstadtflair, touristisch sehr gut erschlossene Highlights wie die Niagara Fälle oder den St. Lorenz Parkway genauso lieben, wie den Abstecher in die Natur des grössten Provincial Parks, Algonquin Provincial Park im Norden von Toronto. Diejenigen, die sich weniger an touristischen Brennpunkten aufhalten möchten, bieten die Parks an den grossen Seen im Norden von Ontario eine atemberaubende Naturkulisse, bei fast garantierter Einsamkeit. Für Abenteurer ist ein Besuch der zahlreichen, abgelegenen Geisterstätte eines der Höhepunkte.

 

Winnipeg / Saskatoon - die Prärien:

Die grossen Prärien mit Startpunkt Winnipeg bieten im Westen und im Norden eines der größten zusammenhängenden Seengebiete in Canada bis hin zur Seenplatte um Kenora, Ontario. Der Übergang in die grossen kanadischen Prärien bzw in subarktische Regionen ist fast unmerklich. Ein Eldorado für Highway Fans, die die Weite lieben.

 

Calgary - die Rocky Mountains:

Calgary ist eines der am schnellsten wachsenden Grosstädte in Canada und einer der Startpunkte in die Rocky Mountains um Banff und Jasper. Von Banff nach Jasper führt der Icefield Parkway, der sogar von den Amerikanern, neidlos als der schönste Highway der Welt bezeichnet wird. Banff und Lake Louis und der nahegelegene Yoho National Park sind touristisch gut erschlossen und werden überwiegend von Asiaten besucht. Besonders im Winter bietet dieser Teil der Rocky Mountains Schneeverhältnisse und Skipisten, ohne touristisch überlaufen zu sein, die einem Vergleich mit europäischen Skigebieten problemlos standhalten.

 

Vancouver - der Westen:

Am Pazifik gelegen, ist Vancouver das Tor nach Asien. Mit seiner unmittelbaren Nähe zu den Coast Mountains im Osten und Vancouver Island im Westen, ist dieses der Startpunkt für Naturliebhaber und Abenteurer. Ein Badeurlaub am Pazifik ist genauso machbar, wie die Walbeobachtung in der Inside Passage, die Wohnmobiltour durch British Columbia, die Reitertour durch die Berge, oder das Goldwaschen in der Nähe von Barker Ville. Im Winter bietet Whistler im Norden von Vancouver ein sehr gut erschlossenes Wintersportgebiet, das mit seinem internationalem Flair zu den Spitzengebieten in Nordamerika zählt.

 

White Horse - die Einsamkeit im Norden:

Für Freunde von Einsamkeit und Abenteuer ist White Horse in den Northwest Territories ein idelaer Startpunkt. Diese nahezu unberührte Gegend bietet alles, was der zivilisationsmüde Zeitaussteiger erwartet. Endlose Kanutouren, Aufenthalte in nur mit dem Wasserflugzeug erreichbaren Hütten, oder wandeln auf den Spuren der Goldsucher sind die Attraktionen, die diese Gegend bietet.

 

Reisezeiten:

Die Hauptreisezeit für Canada ist zwischen Ende Mai bis Ende September. Die schönste Jahreszeit vom Wetter betrachtet ist von Mitte Juni bis Anfang September. Dies ist aber auch der Zeitraum der grossen Ferien in Nordamerika. Damit sind viele Parks und touristische Attraktionen überlaufen. Der vielgerühmte Indianer Sommer beginnt etwa Mitte September bis Anfang Oktober und hat ein Zeitfenster von ungefähr drei Wochen. Am schönsten kann man diese Zeit in Ontario und Quebec erleben. Im Westen ist er weniger ausgeprägt. Der Norden stellt sich ab Mitte August, Anfang September auf den nahenden Winter ein. Heidekraut und Buschwerk verfärben sich in dieser Zeit feuerrot.

 

Canada mit dem Wohnmobil:

Ein Weg Canada zu entdecken ist die Reise mit dem Wohnmobil. Dieses Fahrzeug bietet Unabhängigkeit von Hotels und festgefügten Reisetouren. Allerdings ist diese Reisemöglichkeit im Verhältnis zu Touren mit dem PKW und Hotels mittlerweile teurer, bedingt durch die für kanadische Verhältnisse hohen Benzinpreise und Campinggebühren in den Parks in der Hochsaison. Folgende Fixkosten pro Tag sind erfahrungsgemäss auf jeden Fall zu kalkulieren:

Wohnmobilmiete - 180 DM, Campinggebühren - 24 DM, Benzin - 35 DM.

Damit die Reise nicht zur Hetzjagd wird, sollte man den Stundenschnitt nicht höher als 60 km/h ansetzen und darauf verzichten Touren mit mehr als 200 km pro Tag zu planen. Längere Fahrtzeiten sollten eher die Ausnahme sein.

 

Canada mit dem PKW:

Eine Reise mit dem PKW bietet fast die gleiche Unabhängigkeit wie die Reise mit dem Wohnmobil. Allerdings sollte man in touristisch gut erschlossenen Gegenden dafür sorgen, dass das Hotel bereits lange vor Tourbeginn gebucht ist, weil sonst besonders in der Hochsaison, die Suche nach einem Hotelzimmer problematisch werden kann. In den Parks sind selten Hotels anzutreffen. Die dortigen Lodges sind meist schon Monate zuvor ausgebucht und schlagen mit etwa 250 DM pro Nacht ein ordentliches Loch in den Geldbeutel. Allerdings ist die Lage dieser Lodges im Regelfall traumhaft schön. Entscheidet man sich für ein Hotel in Parknähe, ist man gut beraten sehr zeitgerecht zu buchen. Es gibt einige wenige Anbieter in Canada, die PKW mit Zeltausrüstung vermieten. Die Firma OWASCO in der Nähe von Toronto bietet diesen Service an. Allerdings können Sie dies nur über das Internet oder über eine Buchung direkt in Canada, über diesen Service verfügen. Im Westen Canada´s gibt es nur in Vancouver regionale Anbieter, die aber nicht in Deutschland buchbar sind und die selten über das Internet ausfindig zu machen sind.

Für die Planung von Tagesleistungen, sollte die Berechnungsgrundlage nicht mehr wie 65 km/h betragen.

 

Canada mit der Eisenbahn:

Canada mit der Eisenbahn zu bereisen, wird von Jahr zu Jahr schwieriger, weil die grossen Gesellschaften mehr und mehr Strecken für den Passagierverkehr schliessen. Es gibt noch einige Bahnen, die einen Höhepunkt für den Eisenbahnfan darstellen.
Ein echtes Highlight ist die Reise mit der Bahn quer durch Canada mit dem Canadian. Startpunkt ist Toronto oder Montreal, Endstation ist Vancouver via Winnipeg und Jasper. Diese 4-tägige Eisenbahnfahrt sollte in den Monaten von Mai bis Oktober mit grossem Zeitvorlauf gebucht werden, weil dieser Zug nur zweimal in der Woche verkehrt. In Ontario sind noch die Algoma Central Railway mit Startpunkt Sault Saint Marie ( Tagestouren ), als auch der Ontario Northland von Toronto nach Moosonee an der Hudson Bay zu nennen. In Vancouver startet der Royal Hudson Steam Train, eine Dampfeisenbahn nach Squamish. Die Rückkehr erfolgt mit dem Schiff, der MV Britannia. Diese Bahnen können über das Internet, als auch über den Kanada Reisedienst in Ahrensburg gebucht werden.
Es gibt noch einige lokale Museumsdampfbahnen, die meist im Zusammenhang mit sogenannten "Herritage Towns" betrieben werden.

 

Canada mit dem Bus:

Das amerikanische Busunternehmen Greyhound hat die Masse des Überlandverkehrs in Canada übernommen. Mit Greyhound kommt man in alle grösseren Städte Canada´s. Knotenpunkte für Greyhound befinden sich in Montreal, Toronto, Calgary, Vancouver, Winnipeg, Saskatoon und Edmonton. Von hier sind auch Verbindungen in die USA möglich. Kleinere Gesellschaften bieten die Anschlussverbindungen in die etwas entfernteren Gegenden Canada`s. Der Reisende ist jedoch gut beraten, sich bereits vor Reiseantritt zu vergewissern, ob die geplante Route tatsächlich noch mit dem Bus bewältigt werden kann. Die kleineren Gesellschaften reduzieren häufig ohne längere Vorankündigung ihr Streckennetz.